CONSTRUCTED MEMORIES

Im Frühjahr 2021 präsentiert soyuz21 mit CONSTRUCTED MEMORIES ein Projekt für Ensemble und Video / Videoinstallationen.

 

Program:

 

Sam Salem (*1982)

The Tower (2019) für Violoncello, E-Gitarre, Objekte, Tonband und Video

 

Germán Toro Pérez (*1964) / Georg Lendorff (*1965)

Neues Werk (2021, UA) für Saxophon, E-Gitarre, Violoncello, Akkordeon, Schlagzeug, Keyboard und Videoprojektionen

 

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Martin Jaggi (*1978) / Adrian Kelterborn (*1979)

CONSTRUCTED MEMORIES (2021, UA) für Saxophon, E-Gitarre, Keyboard, Schlagzeug und Video

 

soyuz21 – contemporary music ensemble zürich
Sascha Armbruster – Saxophon

Mats Scheidegger – E-Gitarre

Fanny Vicens – Akkordeon

N.N. – Violoncello

Philipp Meier – Keyboard

Julien Mégroz – Schlagzeug

Isaï Angst – Tontechnik

 

 

CONSTRUCTED MEMORIES von Martin Jaggi, Komposition / Adrian Kelterborn, Video, 2021, 30′ ca.

für Video, Saxophon, E-Gitarre, Keyboard und Schlagzeug

 

Erinnerungen an gemeinsame Reisen in Afrika. Entfernt, verblasst. Aber für beide von grosser Bedeutung. Versuch, die Verzerrungen der zeitlichen Distanz einzufangen. Die unterschiedlichen Erfahrungen in eine Bild- respektive Tonwelt zu setzen und gemeinsamen Prozessen zu unterziehen. Langsame Veränderungen, abrupte Schnitte. Eine parallele Erfahrung in unterschiedlichen Medien.

Die Musik ist modular zusammengebaut. Verschiedene Stücke überlappen, durchdringen sich. Passieren gleichzeitig und doch unabhängig. Unterschiedliche Besetzungen kontrastieren sich. Erinnerungen an Klänge metastasieren.

Im Video sind Momentaufnahmen der verschiedenen Reisen zu sehen. Manchmal ist ihr Gegenstand knapp erkennbar, oft abstrakt. Manche Videobilder stehen lange für sich, andere wechseln in rascher Schnittfolge, alle metabolisieren.

Die Videoleinwand steht klar abgegrenzt vom Ensemble. Das Video und die Musik stehen in einer Wechselwirkung. Prozesse werden gemeinsam ausgelöst. Geschwindigkeiten, Dichtegrade bestimmen den Verlauf beider Medien gleichsam. Oder aber sie stehen sich als zwei konträre Erfahrungen gegenüber.

(Martin Jaggi / Adrian Kelterborn, Singapur/Basel im Oktober 2019)

 
 

NEUES WERK von Germán Toro Pérez, Komposition / Georg Lendorff, Videokunst, 2021, 15′ ca.

für Saxophon, E-Gitarre, Violoncello, Akkordeon, Schlagzeug, Keyboard und Videoprojektionen

 

Die erste Zusammenarbeit zwischen dem Komponisten Germán Toro Pérez und dem Film- und Videokünstler Georg Lendorff fand bei der Uraufführung des Musiktheaterwerkes «Reise nach Comala» 2017 in Zürich statt. Aus diesem Hintergrund entstand die Idee, die Zusammenarbeit im Rahmen eines neuen Stückes für das Ensemble soyus21 fortzusetzen. In gemeinsamen experimentellen Phasen und mit den Musikern des Ensembles soll ein Stück entstehen, das klare musikalische Linien basierend auf variierenden mikrotonalen Sequenzfolgen mit einer visuellen Komposition verbindet. Im Zusammenspiel zwischen Ton und Bild werden weitere sensorische und emotionale Ebenen aufgespannt, die in die Gesamtkomposition eingehen. Objektähnliche Licht- und Bildkonstellationen im Raum stellen Verbindungen zur physischen Präsenz von MusikerInnen und Instrumenten im Raum her und sind integraler Teil der Aufführung.

(Germán Toro Pérez / Georg Lendorff, Wien/Zürich im November 2019)

 
 
THE TOWER von Sam Salem, Komposition und Video (2019)

for electric guitar, cello, percussion, performative electronics, tape & video

 

The Lightning Struck Tower.

RUIN. DISRUPTION. LOSS. BANKRUPTCY. OVERTHROW. PRIVATION. CALUMNY.

From the private Tarot deck of Austin Osman Spare.

 

Sam Salem aus Manchester ist Komponist und Videokünstler. Er leitet das Ensemble „Distractfold“, das 2014 in Darmstadt auf sich aufmerksam machte. Er begreift das Komponieren als radikalen Individualismus abseits von etablierten Denkschulen und sagt: „Ich habe die Regeln der elektroakustischen Musik nie respektiert, denn für mich ist sie kein Genre, sondern nur eine Präsentationsform – ohne stilistische Hierarchien oder dogmatische Begrenzungen“. Er hat für soyuz21 ein verstörendes Werk für Ensemble und Video komponiert, das 2019 uraufgeführt wurde.