Illusion and Reality

Freitag 15. Mai 2020 – Kunstraum Walcheturm, Zürich, 20 Uhr

Samstag 16. Mai 2020 – Druckereihalle Ackermannshof, Basel, 20 Uhr

 

Program:

 

Mathieu Corajod (*1989)

Au fil d’une note, des colliers (2013) für Sopransaxopfon

Neues Werk (2020, UA) für E-Gitarre, Saxophon, Keyboard und Schlagzeug

 

Marco Momi (*1978)

Vuoi che perduti (2018) für Saxophon, Klavier und Schlagzeug

 

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Helmut Lachenmann (*1935)

Salut für Caudwell (1977) für zwei Gitarren

 

soyuz21 – contemporary music ensemble zürich

Sascha Armbruster – Saxophon

Mats Scheidegger – Gitarre

Stephan Schmidt – Gitarre

Philipp Meier – Klavier

Julien Mégroz – Schlagzeug

 

Im Mai 2020 präsentiert soyuz21 ein Projekt mit einer Uraufführung von Mathieu Corajod (CH/FR, 1989). Zudem stehen Werke von Marco Momi und Helmut Lachenmann auf dem Programm.

Ein Schwerpunkt des neuen Werkes von Mathieu Corajod werden komplexe Polytempo-Strukturen sein. Er wird in seiner Residenz am ICST innerhalb des Forschungsprojekts Polytempo arbeiten. Zu seinem neuen Werk schreibt Mathieu:

«Ich finde die Polytempo Network-Software besonders interessant, da sie sowohl zum Komponieren als auch zum Interpretieren geeignet ist und sowohl komplexe musikalische Inhalte als auch neue Hör- und Darstellungssituationen ermöglicht. Es entstehen neue Kommunikationsmodelle zwischen Komponist, Interpret und Publikum. Als Zuhörer und als Komponist suche ich solche anregenden Situationen, komplexe Zeitorganisationen und neue Möglichkeiten der Räumlichkeit der Musiker. Meine tiefere Auseinandersetzung mit Elektronik in den letzten zwei Jahren führte mich zu neuen Wegen des Komponierens. Während meiner Zeit bei Ircam in Paris habe ich mich mit verschiedenen Themen befasst, die auch für Instrumentalmusik interessant sind: Quantisierung von Zeit und Tonhöhe, computergestützte Komposition und Orchestrierung, Formalisierung des musikalischen Denkens, Räumlichkeit von Sprechern und Musikern, Verwendung elektronischer Strukturen für Partituren (Granulation, Synthesemodelle, …), etc. An diesem Punkt meiner Laufbahn bietet sich die perfekte Gelegenheit, ein Stück für soyuz21 zu schreiben, um mein Wissen über Computermusik auf Instrumentalmusik zu übertragen.»

Die Musik von Marco Momi begleitet die Konzertprojekte von soyuz21 seit dem integralen Portrait-Konzert in der Saison 2018. In seinen bis ins kleinste Detail ausgehörten Werke entwickelt Momi eine ganz eigene Ästhetik. Momi hat Vuoi che perduti 2018 für das Trio Accanto komponiert.

Die zweite Hälfte des Konzertprogramms ist Helmut Lachenmann gewidmet. Auf dem Programm steht das Meisterwerk aus dem Jahre 1977: Salut für Caudwell für zwei Gitarren. Das Werk basiert auf Texten von Christopher Caudwell. Caudwell (1907-1937) war ein englischer Autor und marxistischer Theoretiker. Er setzte sich für eine Kunst ein, die den Menschen ermutigt, sich mit der Wirklichkeit und ihren Widersprüchen auseinanderzusetzen.

 

 

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