Musik zur Dämmerung

Soyuz21 plant im Sommer 2021 Freiluft-Aufführungen des integralen Zyklus «bright darkness» für Saxophon, Keyboards, E-Gitarre und Schlagzeug von Klaus Lang.

Dem Werk «bright darkness» liegt die Idee zugrunde, dass es in der Abenddämmerung im Freien gespielt wird. Die Aufführung beginnt bei Sonnenaufgang und endet im Dunkeln. Die einstündige Musik, in einem Fluss von mikroskopisch kleinen Veränderungen sich stetig bewegend, lässt die Transition von Tag und Nacht wahrnehmen.

Objektiv gesehen ist Musik nichts anderes als hörbar gemachte Zeit – das betrifft ihre Proportionen ebenso wie ihren Rhythmus und sogar die Tonhöhe jedes einzelnen Tons. Eine sehr subjektive Sache ist jedoch die Wahrnehmung der Musik. Wie ändert sie sich, während die Zeit verstreicht und wie beeinflusst umgekehrt Musik unser Zeitempfinden? Diesen Fragen geht der Österreicher Klaus Lang in seinem Stück «bright darkness» nach.

 

«Sehr oft ist das, was wir wahrnehmen, nicht das, was unsere Sinne uns als Eindrücke liefern, sondern durch Begriffe vorgeprägte Vorstellung von etwas. Ein erlernter Mechanismus in unserem Geist hindert uns daran, unsere sinnliche Wahrnehmung zu realisieren. Und nicht selten sind unsere vorgefassten Erwartungen, unsere Vorurteile genau das Gegenteil davon, was wir sinnlich erfahren: wenn wir alle Geräusche ausschliessen wird es immer lauter, wenn wir die Augen schliessen wird es hell.

Wir könnten uns fragen, was wir wirklich sehen, wenn wir, um «nichts» zu sehen, die Augen schliessen und was unser Konzept von «nichts sehen» und «Dunkelheit» ist? Ähnliches gilt auch für die Bewegung: manchmal können wir nicht sagen, ob sich ein Objekt bewegt, oder nicht. Ist das, was wir hören, ein Akkord oder eine Linie, eine Fläche oder ein Prozess, oder bewegt sich nur unser Geist? Wo können wir Antworten auf diese Fragen finden?» (Klaus Lang)

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