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Das erste Projekt von soyuz21 zeitgenössische musik vernetzt am 27. Mai in Zürich

Mit einem lückenlos durchchoreographierten Abend zwischen Konzert, Performance und Installation gab das 2010 durch den Komponisten Gary Berger und den Gitarristen Mats Scheidegger in Zürich initiierte Projekt «soyuz21 – zeitgenössische musik vernetzt» am 27. Mai 2011 sein Debüt in der Galerie Hauser & Wirth. Chronologisch wie programmatisch bildeten den Auftakt des Abends Martin Creeds Installation Work No. 569 der ein zuschlagendender Klavierdeckel als Klangerzeuger dient, und das Performancevideo Two Movements for Prepared Cello von Rodney Graham, das einen Cellisten in Smoking auf rotem Teppich präsentiert, der sein Instrument solange schüttelt und dreht, bis ein paar Manschettenknöpfe aus dem Korpus fallen. soyuz21 stellt sich der Herausforderung, Konzerte zu gestalten, die die strikten visuellen und verlaufstechnischen Vorgaben des traditionellen Betriebs in eine Form zu überführen versuchen, die den Ansprüchen des gegenwärtigen Musikschaffens in Mittel und Zweck Genüge tut. Vor diesem Hintergrund möchten die 20 Stammmusiker des Netzwerkes «soyuz21 – zeitgenössische musik vernetzt» mit wechselnden Gästen umsetzen, was schon sein Name verspricht. (…) Transdiszipliäre, Epochen- wie geographische Grenzen überschreitende Projekte sollen hier um die Drehachse zeitgenössischer Musik entstehen. So wurden Bühne und Musiker der zwei Konzerte spannungsdienlich und visuell wirkungsvoll, aber inhaltlich nicht immer ganz nachvollziehbar in Szene gesetzt durch Lichtgestalter Markus Brunn und Lichtbilddesigner Telemach Wiesinger. Disziplinäre Grenzen wurden aber auch innerhalb der Musik immer wieder überschritten. Im ersten Konzert verwies Iannis Xenakis’ Concret PH für Elektronik gleichzeitig auf den architektonischen Kontext – das Werk war 1958 für Le Corbusiers Weltausstellungspavillon entstanden – und auf das archaische Moment, das die elektronisch verfremdeten Kohlengeräusche, die das Klangmaterial des Werkes bilden, in sich tragen. Auf Archaisches verweisen auch die von Mats Scheidegger interpretierten Auszüge aus Giacinto Scelsis Ko-Tha (revisited), Trois Dances de Shiva, in denen der Musiker – die zum Perkussionsinstrument umfunktionierte und mit Live-Elektronik gekoppelte Schlaggitarre horizontal auf dem Schoss gelegt – dem indisch-mythologischen Ursprungsklang nachgehen soll. (…) Doch so wunderbar unpathetisch, wie ihm die Dances de Shiva gelangen, wurde der Vortrag von Hugues Dufourts Reminiszens an François Rabelais’ in Wahnsinn und Apokalypse treibende literarische Welt L île sonnante für Schlagzeug (Daniel Buess) und E-Gitarre zu einem weitläufigen Spannungsfeld, das sich bis in rockige Sphären steigerte. Mit seinen traditionellen lateinamerikanischen Rhythmen und seinem grossen Gestus knüpfte Javier Alvarez Temazcal («water that burns» für Maracas und Tonband wieder an den Ursprungsgedanken an. Ergänzt wurde das erste Konzert durch Incidences/Résonances von Bernard Parmegiani und die schnörkellose performative Einlage zu Matthew Shlomowitz Letter Piece No. 1 für Akkordeon (Anne-Maria Hölscher) und Tanz (Natascha Rüegg). Zwei Komponisten, die ihre Werke zwar auf aussermusikalische Kompositionsprinzipien bauen, im Ergebnis den Fokus jedoch allein auf das klangliche Material legen, standen auf dem Programm des zweiten Konzertes: Eine ungewöhnliche feingliedrige, in sich ruhende Interpretation von Xenakis’ cellistischer Standardkür des 20. Jahrhunderts Nomos Alpha lieferte Martina Schucan, der Buess (Schlagzeug) und Hölscher (Akkordeon) durch die Dringlichkeit, mit der sie in die dichte Textur von Magnus Lindbergs Metal Work einstiegen, ein Finale von berstender Intensität entgegensetzten.
(Dissonanz, September 2011, Aussgabe 115, Lisa D. Nolte)

 

soyuz21 hebt ab…
Erstes Konzert in der Zürcher Galerie Hauser & Wirth

Unter dem Namen soyuz21 hat sich in Zürich ein neues Ensemble formiert, das sich ganz dem avantgardistischen und zeitgenössischen Musikschaffen verschreiben will. Das Gerüst der Neugründung ist ein Pool von 20 international tätigen Interpreten, die sich projektbezogen mit Exponenten aus den Bereichen Film, Tanz, Literatur, Musiktheater, bildende Kunst und multimediale Installation vernetzen wollen. soyuz21 steht unter der künstlerischen Leitung des Komponisten und Live-Elektronik-Spezialisten Gary Berger und des bekannten Gitarristen Mats Scheidegger. Letzterer hat sich zudem einen Namen als langjähriger Programm-Mitgestalter der Tage für Neue Musik Zürich geschaffen.

Der programmtisch einzustufende erste Auftritt umfasst zwei Konzerte mit Werken, die teils bereits zum klassischen Kanon der Moderne gehören, teils hier zur Uraufführung gebracht werden. Sie alle, schreiben die beiden Ensemblegründer, würden in ihrer klanglichen, phänomenologischen wie aber auch texturellen Gestalt einen hohen Grad an Kohärenz aufweisen.
(kultur-online.net, 25.05.2011, Peter Révai)

 

 

Il duo soyuz21
a Palazzo Trevisan degli Ulivi

Consolato svizzero e la Fondazione svizzera per la cultura Pro Helvetia di Venezia, hanno ospitato nella sede di palazzo Trevisan degli Ulivi due musicisti svizzeri, entrambi nati a Baden, per un singolare concerto/dialogo tra la chitarra acustica di Mats Scheidegger e l’elettronica di Gary Berger. I due artisti hanno fondato a Zurigo nel 2010 il progetto „soyuz21“, un lavoro innovativo incentrato su diverse forme di comunicazione e di espressione artistica. L’ensemble è composto da 16 musicisti solisti internazionali, i quali si esibiscono da una versione piccola ad una allargata a seconda del progetto. Si tratta di una struttura modulare che coniuga la musica contemporanea con differenti settori artistici – teatro, musica, danza, installazioni multimediali – in spazi di volta in volta diversi, con lo scopo di creare una rete che genera nuovi impulsi, aprendo la forma del concerto a inaspettate prospettive. I cinque pezzi ascoltati, ognuno dei quali dura più o meno 10 minuti, sono stati eseguiti in due parti. Ha aperto la prima Synchronisms n°10, per chitarra e nastro magnetofonico (1992), dell’argentino Mario Davidovsky. Il suono della chitarra acustica è arricchito da una serie di sonorità che pungolano il musicista e spiazzano l’ascoltatore. Suoni di piatti sospesi, di una vecchia pendola, accompagnano il fraseggio dello strumento. Sfregamento di corde, rumore roboante di vento e un solismo a tratti spagnoleggiante caratterizzano Mimetismo (1999), per chitarra e nastro magnetico, del canadese Stéphane Roy. In SubString Bridge (1999), per chitarra ed elettronica in tempo reale, dello svedese Ake Parmerud, l’elettronica si insinua come un insetto molesto.
Trascorsa una pausa di riflessione a sorseggiare acqua e vino nei comodi divani del salone, la seconda parte si apre con una composizione di Gary Berger, Dauerwelle (2004), per chitarra e real time electronics, per la quale Scheidegger utilizza un cilindro metallico per premere le corde, schiaccia una scatoletta di effetti, provocando una specie di onda acquea. Conclusione per sola chitarra nel brano Musica Empirica (2013), dello svizzero Dieter Ammann. Arpeggi percussivi ed insistenti si intrecciano con ritmi similbrasiliani, utilizzando con gusto delicati suoni armonici. Il pubblico, molto attento, tributa applausi convinti e si ferma a scambiare pareri con i musicisti o a chiedere spiegazioni tecniche, per una felice comunicazione senza barriere tra esecutore ed ascoltatore.
(AgoraVox Italia, 16.04.2014, Giovanni Greto)

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