soyuz21 spielt Michel Roth

Im September 2021 ist soyuz21 zu Gast bei Zeiträume Basel – Biennale für Neue Musik und Architektur. Auf dem Programm steht die Uraufführung von «Spielhölle» (Arbeitstitel) von Michel Roth.

 

«Die Kernpunkte des Konzepts sehen vor, dass ich ein Stück für Sax, Git., Perc., Keyboard, Elektronik und Licht schreibe, das im Gesamtablauf eine gute Stunde dauert. Das Stück soll in einer Spielhölle, also einem Raum (oft Clubkeller o.ä.) mit Flipperkästen gespielt werden, wobei das Publikum insofern partizipiert, dass es teilweise an den Flipperkästen spielen kann und so die Soundscape und auch Klangdetails des Stücks mitgestaltet. Die Komposition basiert auf verschiedenen (technologischen, musikalischen und auch spieltheoretischen) Netzwerken, die bewusst sehr dicht und redundant geflochten werden, aber dadurch auch ein hohes Mass an Kontingenz und Unvorhersehbarkeit aufweisen. Dabei möchte ich typische Regler-Elemente eines Flipperkastens (z.B. die „Tilt-Funktion“) auf das Zusammenspiel übertragen, wodurch sich immer neue Konstellationen und unvorhersehbare Verläufe ergeben, jedoch vor dem Hintergrund eines statisch verschalteten Mechanismus. Mich interessiert in diesem Projekt auch, „Glück“ als eine Art musikalisch-interpretatorischer Parameter einzukomponieren. Letztlich schwebt mir vor, dass das Ensemble ständig pendelt zwischen (1) einer fiebrigen Überhöhung dieser technoiden Glückspielwelt, (2) einer atmosphärischen Grundierung dieser muffigen Nostalgie-Hölle und einem spielerisch-grotesken Kommentar, wo Glück und Weltflucht immer wieder überraschend aufs Spiel gesetzt werden – bis „game over!“. Es ist also Hommage und Dekonstruktion zugleich.

(Michel Roth, 2020)

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